Was ist Logotherapie und Existenzanalyse?
Die Logotherapie und Existenzanalyse wurde vom Wiener Neurologen, Psychiater und Holocaustüberlebenden Viktor E. Frankl (1905 - 1997) in den 30er Jahren als antropologische Theorie für eine existentielle Richtung der Psychotherapie und Beratung entwickelt. Aus ihr entwickelte Viktor E. Frankl die Logotherapie als eine sinnorientierte Beratungs- und Behandlungsform, die er erstmals 1946 in dem Buch "Ärztliche Seelsorge" zusammenfasste.
Die praktische Anwendung der Logotherapie liegt primär in der Hilfestellung für Menschen, welche (noch) nicht erkrankt sind, sich aber in einer existentiellen Orientierungslosigkeit befinden, an der sie leiden. Ziel der Logotherapie ist eine Verdichtung der individuell gelebten Sinnfülle ("Lebensdichte" durch die Hinführung zu einer frei gewählten Verantwortung ("Eigenverantwortlichkeit").
In den 80er und 90er Jahren wurde die Existenzanalyse vom Vorarlberger Arzt, Psychologen und Psychotherapeuten Alfried Längle weiter entwickelt. Existenzanalyse bedeutet Analyse der Bedingungen für ein wertfühlendes, selbst gestaltetes und menschenwürdiges Leben. Existenzanalyse hat die Entfaltung der Offenheit und Eigenaktivität (Hingabefähigkeit) im Erleben, in den Beziehungen und im Handeln zum Ziel. Die Existenzanalyse arbeitet somit an den personalen Voraussetzungen für eine sinnvolle Existenz, wo diese durch seelische Krankheiten und Störungen verschüttet sind. Sie hat als theoretischen und praktischen Hintergrund das Konzept der Grundmotivationen der Existenz:
In der Existenzanalyse steht die Person im Zentrum mit ihrer Fähigkeit sich zu dem zu entscheiden, was sie im Leben ausmacht, und das eigene Leben mit innerer Zustimmung zu leben. Es handelt sich somit um eine humanistisch geprägte Psychotherapieform.